Archiv der Kategorie: in Bewegung

Artikel aus unserer Reihe “I Furiosi in Bewegung …” in der Stattzeitung “Terz”

Leben im Schlamm Europas (Interview von 03.16)

I Furiosi in Bewegung

Knapp dreieinhalb Stunden Autofahrt von Düsseldorf entfernt (näher als Berlin oder Hamburg) ereignen sich Tragödien von Geflüchteten. In Calais, aber auch in Dunkerque (Dünkirchen oder Dunkirk) im Norden von Frankreich, in der Nähe der belgischen Grenze, leben Tausende Menschen, deren einziger Wunsch es ist, nach Großbritannien zu gelangen, unter menschenunwürdigen Bedingungen in „Lagern“. Seit etwa zwei Jahren wächst die Zahl derer, die von dort aus ihr Glück versuchen. Behindert von den französischen Behörden und der örtlichen und staatlichen Polizei organisieren sie sich das Leben unter widrigen Umständen selbst. Unterstützt werden sie nur unzulänglich von NGOs (Nichtregierungsorganisationen), die meiste Hilfe kommt vor allem von einem Netz internationaler Unterstützer*innen. Auch von Düsseldorf aus fahren mittlerweile Menschen zur Unterstützung dorthin. I Furiosi sprach mit einer Unterstützerin, die vor kurzem in Dunkerque war.

Wie bist Du auf die Camps aufmerksam geworden?

Eine lustige Skizze von einem Mann im vollbeladenen Sprinter tauchte bei Facebook auf und warb um Spenden für einen Hilfskonvoi nach Calais. Das winkende Männchen im Wagen war mit dem Namen eines in der ehrenamtlichen Unterstützung von Menschen in prekären Lebenslagen aktiven Freundes, Armin Dörr, beschriftet. Ich habe ihn sofort angerufen, um mich zu vergewissern, dass er das ist. Das war Anfang November, und ich wollte gleich bei der ersten Fahrt dabei sein – leider kamen wir terminlich nicht überein, und so dauerte es noch bis Mitte Januar, bis ich wieder konnte, obwohl er jedes einzelne Wochenende hingefahren ist!

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Kartäuserwall ist überall (Interview von 02.16)

Im Dezember 2015 wurde in Köln das Haus an der Zülpicher Staße 290 besetzt. I furiosi sprach mit Besetzer*innen über die Gründe und Perspektiven der Aktion.

TERZ: Im Oktober wurde das Haus am Kartäuserwall geräumt. Jetzt ist das Haus an der Zülpicher Straße seit Dezember erfolgreich besetzt. Wer beteiligt sich daran?

Besetzer*innen: Um die Vernichtung von günstigem Wohnraum zu verhindern, wurde die Karti 14 besetzt. Das Haus wurde jedoch nach einem Monat geräumt und abgerissen, obwohl parallel Verhandlungen mit dem Eigentümer stattfanden. Am nächsten Tag wurde aus demselben Grund spontan die Rolshover Straße 98 besetzt und am selben Tag geräumt. Dadurch kamen wir zu dem Schluss, dass es nicht reicht, Wohnraum nur zu verteidigen, sondern es auch notwendig ist, Wohnraum zu erkämpfen. Mit jeder Besetzung kamen neue Leute hinzu, welche von Wohnungsnot betroffen sind oder das Projekt unterstützen. Mit dabei sind bspw. erfahrene Hausbesetzer*innen, Punks, Wohnungslose, sowie Aktivist*innen aus dem Hambacher Forst.

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Im Pegida-Land (Interview vom 12.15)

Am 27.10. berichtete ein Aktivist aus Dresden im Linken Zentrum über die Herausforderung, die die starke rechte Szene für Gegenkräfte darstellt. I Furiosi sprach mit ihm über „Linke Politik im Ausnahmezustand“.

I Furiosi: Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) hatte ja im Oktober einjähriges Jubiläum. Wie ist die Situation gerade in Dresden und Sachsen, wie hat sie sich im letzten Jahr entwickelt?

Aktivist: Wie die Situation aktuell ist, kann ich gar nicht genau sagen. Da ich die letzten Monate in NRW verweilen durfte, hatte ich ein bisschen Urlaub von den sächsischen Verhältnissen. Dennoch habe ich die Kontakte nicht abreißen lassen und ausführliche Berichte aus Dresden und Sachsen eingeholt und die Entwicklung intensiv verfolgt.
Mit dem Jahrestag und der aktuellen Flüchtlingsdebatte seit September verzeichnete Pegida wieder deutlichen Zulauf. Dennoch erreichten die Teilnehmer*innenzahlen nie die Spitzenwerte aus dem Winter 2014/15. Einzig zum Jahrestag waren wieder bis zu 20.000 Rassist*innen in Dresden, wobei dies ganz klar auch an einer bundesweiten Anreise lag. Aktuell pendelt sich Pegida bei 8.000 Mitläufer*innen ein. Es ist also immer noch mit Abstand der bundesweit größte Aufmarsch. Seit dem Zulauf von Pegida gibt es auch wieder Gegenproteste zum montäglichen Aufmarsch, welche laut optimistischen Schätzungen (22.000) zum Jahrestag auch erstmals mehr Menschen auf die Straße bringen konnten als die Rassist*innen um Lutz Bachmann und Tatjana Festerling. Auch wenn die Zahl der Gegendemonstrant*innen sonst unter der Zahl der Pegida-Teilnehmer*innen ist, können dennoch seit September immer 2.000 bis 5.000 Menschen zu antirassistischen Protesten mobilisiert werden.
Zur Entwicklung im letzten Jahr würde ich sagen, dass die „bürgerliche Maske“ von Pegida immer mehr zerfallen ist. Mit Tatjana Festerling, welche ab Februar den Posten von Kathrin Oertel 1 übernommen hat, ist der Ton deutlich rauer geworden, und mittlerweile treten organisierte Nazis bei Pegida auch als solche auf. Es können vereinzelt immer wieder eigene Transparente, ja sogar Reichskriegsflaggen oder Gruppenbanner beobachtet werden.
Ich würde nicht von einem Rechtsruck sprechen wollen, Pegida war schon immer rassistisch, nationalistisch und bediente sich der Rhetorik der neuen Rechten, aber ich glaube, die Maske, welche in der Öffentlichkeit immer ganz gut funktioniert hat, zerfällt immer mehr.

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NoHogesa am 24./25.10. in Köln (Interview von 10.15)

Ein Interview aus der Reihe ifuriosi in Bewegung mit AKKU (Antifaschistische Koordination Köln und Umland), die gegen den Hogesa-Aufmarsch mobilisiert:

TERZ: Die Hogesa-Bewegung trat im letzten Jahr für viele recht plötzlich an die Oberfläche, die Teilnehmer*innenzahlen und die Heftigkeit des Aufmarschs haben viele überrascht. Wie schätzt ihr die Stärke von Hogesa in diesem Jahr ein?

AKKU: Auch wenn Hogesa kein neues Phänomen mehr ist, hat es an Gefährlichkeit nicht abgenommen.
Bestärkt von ihrem Machtrausch im letzten Jahr, kam es in Köln immer wieder zu Pöbeleien, Schmierereien und Angriffen, die ihren Höhepunkt im versuchten Überfall auf eine Gedenkveranstaltung anlässlich des NSU-Anschlags in der Probsteigasse fanden. Des Weiteren hat der Aufmarsch in Essen am 20.9. mit 300 Teilnehmer*innen und Angriffen auf Gegendemonstant*innen klar gezeigt, was wir zu erwarten haben. Wir rechnen mit deutlich über 1000 Nazis, die sich auf den Weg nach Köln machen und an den Erfolg vom letzten Jahr anknüpfen wollen. Das bedeutet Übergriffe auf vermeintlichte Migrant*innen, Geflüchtete und Gegendemonstrant*innen sowie Auseinandersetzungen mit der Polizei. Doch so weit werden wir sie nicht kommen lassen. In der politschen Ausrichtung des Hogesa-Spektrums gab es zudem die Veränderung, dass nicht mehr gegen Salafismus, sondern in erster Linie gegen Geflüchtete gehetzt wird.

TERZ: Was glaubt ihr, wie werden Polizei und Stadt mit dem Aufmarsch umgehen? Auch mit Blick auf die Entwicklungen in Hamburg im September?

AKKU: Sowohl Polizei wie auch die Stadt werden versuchen, das Problem mit Hogesa zu lösen, indem sie den Aufmarsch komplett verbieten. Wir vermuten, dass es auf einen längeren Rechtsstreit hinauslaufen wird. Von dem gleichen Ausgang wie in Hamburg, dem Verbot sämtlicher Naziaktivitäten im Stadtgebiet, gehen wir jedoch nicht aus. Für den Fall, dass ein Verbot vor Gericht nicht standhält, hat die Polizei aber bereits angekündigt, keine Route im Innenstadtbereich zu genehmigen. Aus Erfahrung wissen wir jedoch, dass sich die Situation schnell ändern kann und wir oftmals erst am Vorabend genau wissen, wo die Nazis nun laufen oder stehen werden.

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„Der Leerstand wird ideenlos verwaltet“ (Interview von 01.15)

I Furiosi in Bewegung

Interview mit dem Netzwerk „Recht auf Stadt – Ruhr“

Wer seid ihr und aus welchen Bereichen kommt ihr?

»Recht auf Stadt – Ruhr« ist ein offenes Netzwerk von Aktivist*innen, engagierten Raumplaner*innen, Journalist*innen, Künstler*innen, Leuten aus der sozialen Arbeit und dem Offkulturbereich. Wir kommen aus Duisburg, Bochum und Dortmund. Die Altersstruktur in der Gruppe reicht von Mitte 20 bis Anfang 70.

Das Netzwerk entstand durch gemeinsame Diskussionen im Anschluss an die Aktions-Konferenz »Interventionen – Stadt für alle« im September 2013 in Bochum.

Ihr habt ein Manifest geschrieben, worum geht es Euch dabei?

Mit dem Manifest »Von Detroit lernen!« und dem Essay »Realize Ruhrgebiet« wollen wir uns in die Debatte um die Zukunft des Ruhrgebiets mit Analyse und Kritik, aber auch mit konkret utopischen oder ganz realpolitischen Vorschlägen und Forderungen einmischen.

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Solidarität lässt sich nicht vom Sessel aus erledigen

Kurdische Studierende setzen sich nicht nur für Kurdistan ein

Seit 1991 existiert YXK, der Dachverband der Studierenden aus Kurdistan in Europa. Erst in letzter Zeit, durch die Ereignisse in Kobanê bzw. Rojava, wird der Verband vermehrt in der linken Öffentlichkeit wahrgenommen. Zeit also, einmal nachzufragen, wer YXK ist und was sie so machen. I Furiosi führte das Interview mit dem YXK-Vorstand.

787ce52991063e75780b80ff46c1d50ai Furiosi: Es gibt Euch seit 1991. Was waren und was sind die Gründe, sich als eigenständiger kurdischer Verband zusammen zuschließen? Wie sehen Eure Aktivitäten, abseits der momentanen Ereignisse in Kurdistan, aus? Seid ihr nur in den Universitäten aktiv?

YXK: Die YXK wurde 1991 zu einer Zeit gegründet, in der die Auseinandersetzungen in Nordkurdistan / Türkei zwischen der Guerilla der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und dem türkischen Staat am intensivsten waren. Es gab unzählige Massaker und Menschenrechtsverletzungen in diesem „schmutzigen Krieg“ von Seiten des türkischen Staates an der kurdischen Zivilbevölkerung. Gegen PKK-Guerillas wurden Chemiewaffen eingesetzt und tausende kurdische Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht.
Aus Kurdistan stammende Jugendliche und Studierende in Deutschland sahen es angesichts dieser Eskalationen, als in Europa lebende Diaspora, als ihre Verantwortung, eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen, um von den völkerrechtswidrigen Praxen des türkischen Staates, aber auch, um vom revolutionären Kampf und Widerstand in Kurdistan zu berichten.
Heute ist es immer noch eine zentrale Arbeit der YXK, Öffentlichkeit zu schaffen und Informationsarbeit zu den aktuellen Entwicklungen in Kurdistan zu leisten. Genauso zentral ist aber auch die Organisierung von Jugendlichen und Studierenden. Dabei ist die Herkunft oder der Beruf der Mitglieder nicht ausschlaggebend; so organisieren sich auch SchülerInnen, Auszubildende, arbeitende oder erwerbslose Jugendliche verschiedener Herkunft in der YXK.
Die Arbeiten der YXK sind sehr vielfältig und je nach Bedürfnissen und Möglichkeiten unterschiedlich. Sie zielen neben der Schaffung von Gegenöffentlichkeit sowie der Organisierung von Jugendlichen und Studierenden auf diverse soziale, politische und kulturelle Anliegen ab. Studierende und SchülerInnen zu unterstützen, kurdische Sprachkurse und Kulturarbeiten zu organisieren und diverse Veranstaltungen durchzuführen sind die Arbeiten der YXK, in deren Fokus stets die kritische Betrachtung der Gesellschaft sowie das Herausarbeiten und Verfolgen fortschrittlicher Perspektiven stehen.
Regelmäßige zentrale Arbeiten des Verbandes sind unter anderem die Herausgabe der Verbandszeitschrift Ronahî in deutscher und kurdischer Sprache, die Austragung der Gedenkveranstaltungen Hüseyin Çelebi-Literaturpreise (Ehrenvorsitzender der YXK) und Delil Ates-Sportveranstaltung, die Newroz-Delegation (kurdisches Frühlingsfest) sowie weitere politische Delegationen, die Kurdischen Filmtage, das Sommercamp und die Winterakademie, während der die Selbstbildung im Vordergrund steht.

i Furiosi: Gerade jetzt aufgrund der Geschehnisse ist zu bemerken, dass Ihr den Kontakt zu anderen Linken und Bündnisse mit linken „deutschen“ und anderen Gruppen sucht. Liegt das „nur“ an den aktuellen Ereignissen in Kurdistan? Solidarität lässt sich nicht vom Sessel aus erledigen weiterlesen

Wuppertaler AZ in Gefahr

Achtung! Veränderte Anreise – Aufgrund des Streiks der GDL sagen wir den Treffpunkt zur Bahnanreise ab. Bitte organisiert euch in Fahrgemeinschaften!

Treffpunkte in Wuppertal:

14h Wupperfelder Markt (Bhf Wuppertal-Oberbarmen: Protest gegen die Nazikundgebung

ab ca. 18h Kerstenplatz (Wuppertal-Elberfeld) Demo: “AZ Gathe bleibt!”

für aktuelle Infos: istundbleibt.az-wuppertal.de

az-gathe-bleibtUnser Interview mit AktivistInnen des AZ Wuppertal ist auch in der neuen Terz Ausgabe nachzulesen.
Seit 24 Jahren besteht das Autonome Zentrum in Wuppertal an der Gathe. Auch uns ist es gut bekannt von Konzerten oder Veranstaltungen, die dort regelmäßig stattfinden. Nun soll das AZ einem Moschee-Neubau der DITIB weichen. Am 18. Oktober ist eine Demonstration für den Erhalt des AZ Wuppertal an der Gathe geplant. Wir sprachen mit Anna und Ingo aus dem AZ Wuppertal über den aktuellen Stand und die öffentliche Debatte um das AZ.

Anna: Der uns bekannte aktuelle Planungsstand von DITIB und Stadt ist, dass das geplante „Islamische Zentrum“ auch das Gelände des AZ mit einschließt. Die Stadt ist scheinbar scharf auf eine angebliche schicke Eckrand-Bebauung, und die DITIB will offensichtlich einen riesigen Bau realisieren. Wir schätzen, dass die Bauarbeiten etwa 2016 beginnen sollen. Die offizielle Position der Stadt ist, dass das AZ dann weichen müsse, es aber ein Ersatzobjekt geben soll. Bis jetzt wurden uns dazu aber keinerlei Angebote gemacht!

Ingo: Mit unserer Demoankündigung haben wir es tatsächlich ganz gut geschafft, die Debatte um das AZ auf die Tagesordnung in der Stadt zu setzen; außerdem gab es jetzt in der Elberfelder Nordstadt zwei kurzfristige Hausbesetzungen, die zwar nicht direkt etwas mit dem AZ zu tun hatten, aber auch in diesem Zusammenhang für großen Wirbel gesorgt haben.

i Furiosi: Kannst du ganz kurz was zur Geschichte des AZ sagen? Wann ist es entstanden, wie ist die rechtliche Situation heute?

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Der Duisburger Stadtteil- und Projektladen Syntopia

SyntopiaJahrelang kämpften in Duisburg Recht auf Stadt AktivistInnen für einen Freiraum in ihrer Stadt. Seit Mitte August gibt es den Stadtteil- und Projektladen Syntopia.

i Furiosi: Seit Mitte August gibt es euren Stadtteil- und Projektladen in Duisburg Hochfeld, aber ihr als Gruppe(n) seid ja schon länger aktiv und auf der Suche gewesen. Was ist denn im Vorfeld alles passiert und wie kam es zu Syntopia?

Syntopia: Der Freiraum-Verein Mustermensch e.V. der auch Trägerverein des Syntopias ist, setzt sich bereits seit fast 10 Jahren für ein unabhängiges und unkommerzielles sozio-kulturelles Zentrum in Duisburg ein. Von Ende 2008 bis Mitte 2009 betrieb der Verein bereits auf eigene Kosten das unabhängige Zentrum „T5“. Nach der Schließung des T5 und kaum Bewegung kam Anfang 2011 die aktionistisch orientierte Freiraum-Kampagne „DU it yourself!“ dazu.
Nun stehen wir wieder an einem ähnlichen Punkt wie schon 2008: Nach vielen Aktionen (u.a. drei Nachttanzdemos und einer Besetzung) und einigen, kaum Erfolg versprechenden, Kontakten mit städtischen Stellen mieten wir jetzt einen Laden an.

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Auf den Spuren der Täter*innen

Die Antifaschistische Koordination Köln und Umland (AKKU) markiert in Köln Erinnerungsorte des NSU-Terrors.

10446723_725673067491208_7216490015860325064_nVor zehn Jahren, am 9. Juni 2004, explodierte auf der Keupstraße in Köln-Mülheim eine Nagelbombe des NSU, die mehrere Menschen verletzte. Rassistische Ermittlungspraktiken von der Polizei, die Täter*innen im „kriminellen Milieu“ suchten, folgten für die Bewohner*innen der Straße. Zehn Jahre nach diesem rechtsterroristischen Anschlag soll nun mit verschiedenen Veranstaltungen der Kriminalisierung der Bewohner*innen durch deutsche Ermittlungsbehörden und rassistischer Gewalt in Deutschland gedacht werden. Die AKKU plant zusammen mit der „Initiative Keupstraße ist überall“ einen (Mit-)Täterspurengang.

i furiosi: Gibt es Leute von euch, die schon in der Antifa aktiv waren, als der Anschlag auf der Keupstraße 2004 passierte? Wie waren damals die Reaktionen der Antifa auf den Anschlag?

AKKU: Ja, einige von uns waren schon damals politisch aktiv. Die Reaktionen innerhalb der Kölner Antifa waren ziemlich uneinheitlich. Die Meisten haben sich passiv verhalten und konnten die Situation nicht einschätzen. Andere (vor allem Aktivist*innen aus Köln-Mülheim) gingen von einem rechtsterroristischen Hintergrund aus. Sie verteilten z.B. Flugblätter und organisierten zusammen mit Anwohner*innen eine Demonstration.

Wie waren die Reaktionen in Köln nach dem Bekanntwerden der NSU-Mordserie, zu denen ja auch der Anschlag auf der Keupstraße und der Sprengsatz in einem Lebensmittelgeschäft (2001) gehörten?

AKKU: Wie überall brauchte auch in Köln die Linke erst einmal eine gewisse Zeit, um auf das Bekanntwerden des NSU zu reagieren. Etwa einen Monat danach fand eine Demonstration in Köln-Mülheim statt, die die Verflechtungen von NSU, Auf den Spuren der Täter*innen weiterlesen

Blockupy deportation airport Düsseldorf

blockupy_airportim Gespräch mit dem Antifa AK Köln (… ums Ganze!).

Der Antifa AK Köln hat letztes Jahr das Blockupy-NRW-Bündnis mitinitiiert und zu den Blockupy-Protesten nach Frankfurt mobilisiert. Dort hatte „… Ums Ganze!“ am Abschiebeflughafen in Frankfurt versucht, Aktionen durchzuführen. Für den Aktionstag am 17.05. in Düsseldorf bereitet die Flughafen AG des Blockupy-NRW-Bündnisses eine Aktion am Düsseldorfer Flughafen vor, um auf rassistische Abschiebepraxis aufmerksam zu machen und gegen das europäische Krisen- und Abschieberegime zu demonstrieren. Wir sprachen mit Paul von Antifa AK über die Beteiligung an Blockupy und die kommenden Proteste in NRW.

i furiosi: Ihr habt letztes Jahr das Blockupy NRW-Bündnis mitinitiiert und wart im Vorfeld auch an den Vorbereitungen von Blockupy Frankfurt beteiligt. Warum macht ihr, als „…ums Ganze!“ Gruppe, bei Blockupy mit?

Paul: Die Blockupy-Proteste in Frankfurt stellen unserer Meinung nach einen der wichtigsten sozialen Proteste dar, die momentan in Deutschland stattfinden. Die Aufgabe einer radikalen Linken ist es, sich an solchen Protesten zu beteiligen, um eine linksradikale Position sichtbar zu machen und zu stärken. Außerdem senden diese Proteste ein wichtiges Signal an die europäische Öffentlichkeit, insbesondere nach Griechenland. Ein Signal, das es auch im Herzen der Bestie linke Opposition gegen die Austeritätspolitik der BRD gibt.

i furiosi: Was sind dieses Jahr eure Schwerpunkte im Rahmen der Blockupy Proteste? Blockupy deportation airport Düsseldorf weiterlesen